Besonderer Gottesdienst am 31.10.2015: Keltische Messe

Das Licht in unsern Herzen

„Im Jahre 563 landet der aus Irland vertriebene Mönch Columban (auch Columcille, dt: die Taube) mit seinem Boot auf der schottischen Insel Hy. Dort gründete er mit zwölf Gefährten ein Kloster. Später wurde die Hebrideninsel nach ihm lona genannt, der hebräischen Bedeutung für „Taube“. Columbans ganz besondere Naturverbundenheit und Tierliebe wird in zahlreichen Legenden geschildert. Er hat viele geistliche Verse verfasst.

Von lona aus missionierte er die keltischen Stämme Schottlands. Es entwickelte sich eine eigene keltisch­katholische Liturgie, die mehr mit der Liturgie der Ostkirche verwandt war. Großen Wert legten die Mönche auf eine sanfte Christianisierung der heidnischen Bräuche. So verbreitete sich der christliche Glaube in Schottland, Nordengland und in vielen Teilen Europas von lona aus. Viele iro-schottische Mönche wirkten auf dem Europäischen Festland, unter ihnen Bonifatius, Kilian und Gallus. Man nimmt an, dass das berühmte „Book of Keils“ im 7.IS. Jahrhundert auf lona verfasst wurde. Bis zum Mittelalter, später geführt von Benediktinern, gingen von lona für ganz Europa bedeutende spirituelle Impulse aus. Im Laufe der Reformation wurde die Abtei aufgegeben und zerfiel.

Die heutige Kommunität auf lona wurde 1938 durch den anglikanischen Pfarrer George MacLeod gegründet. Als Antwort auf die Rezession im Vorschein des II. Weltkrieges sammelte er in Schottland junge Arbeitslose um sich, mit denen er im ersten Schritt das alte Kloster wieder aufbaute. Dann gründete er eine ökumenische Kommunität mit der Zielvorstellung, dass sich der christliche Glaube im Alltag der Welt zu bewähren habe. Grenzen zwischen Gebet und Politik, zwischen Glaube und Normalwelt zu überwinden, ist bis heute ein Anspruch der lona-Kommuität, die in der englischsprachigen Welt den Stellenwert hat, den die Kommunität von Taize bei uns einnimmt.

Und von neuer Bedeutung sind die noch jungen und weiter zu entdeckenden Liturgien von lona, die an die keltische Spiritualität und damit ihre frühchristlichen Wurzeln anknüpfen. Auf diesem Hintergrund vertiefen sie inzwischen neu auch das Singen und Beten in den Kirchen Europas.

Der evangelische Studentenpfarrer und Textdichter Eugen Eckert hat Anregungen der ökumenischen Kommunität von lona aufgegriffen und dazu einige der schönsten Texte des Heiligen Columban verdichtet. In Zusammenarbeit mit dem katholischen Kirchenmusiker und Komponisten Peter Reulein ist daraus die Messe „Das Licht in unsren Herzen“ erwachsen.“

Quelle: „Das Licht in unsern Herzen“,  Eugen Eckert, Peter Reulein ; StrubeVerlag